Niedersachsen: Alleen gesucht!

Lindenallee in Hunteburg
Eine der schönen Alleen Niedersachsens –
Lindenallee in Hunteburg, Foto: Eduard Müller

Der Niedersächsische Heimatbund e. V. sucht die 500 schönsten und wertvollsten Alleen Niedersachsens. Mit Hilfe aller Alleen-Fans soll eine Übersicht der wichtigsten und schönsten Alleen des Bundeslandes erstellt werden.
Auch in Niedersachsen sind die sowohl kulturlandschaftlich als auch naturschutzfachlich wertvollen straßenbegleitenden Alleen in ihrem Bestand gefährdet. Neu- oder Nachpflanzungen von Alleebäumen sind durch ESAB und RPS 2009 deutlich erschwert. Zusätzlich fehlt in Niedersachsen eine Kenntnis über den Umfang und Bedeutung des Alleennetzes.
Mit Hilfe einer Alleen-App kann jeder mittels Smartphone oder später am PC auf sehr einfache Weise eine Allee melden. Auf der Karte findet sich auch eine stets aktuelle Übersicht der bereits erfassten Alleen. Mindestens 500 Alleen aus allen Regionen Niedersachsen sollen so bis 2017 erfasst werden. Die Alleen werden durch den Niedersächsischen Heimatbund nach der Meldung vor Ort aufgesucht, nach einheitlichen Kriterien charakterisiert und bewertet. Wesentliche Merkmale sind dabei die Länge und das Alter der Alleen, ihre Baumartenzusammensetzung, Geschlossenheit und landschaftsprägende Bedeutung.
Die gewonnenen Informationen stehen auf der Seite www.alleen-niedersachsen.de allen zur Verfügung und können Bürgern und Behörden Argumentationshilfen zum Schutz der Alleen in Niedersachsen liefern.
 


21. April 2015: Bundesverkehrsminister Dobrindt pflanzt einen Alleebaum

Dr. Wolfgang von Geldern, Präsident der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, pflanzt gemeinsam mit Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, BdB-Präsident Helmut Selders und Josef Göppel, MdB (v.l.n.r.) den neuen Alleebaum.Foto: Büro SIEBENGRÜNDE

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt pflanzte bei strahlendem Sonnenschein einen Alleebaum an der Bundesstraße 2 zwischen Beelitz und Buchholz in Brandenburg. „Dies ist ein starkes Symbol für den Erhalt von Alleen an Deutschlands Straßen.“ freute sich Christoph Rullmann, Bundesgeschäftsführer der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald über den Einsatz des Ministers. „Jetzt hoffen wir natürlich, dass wir auch bezüglich der neuen Abstandsregelungen von 7,50 m für Alleebäume gemeinsam mit dem Bundesverkehrsministerium eine Einigung erzielen können.“

Die Pflanzaktion bei Beelitz wurde maßgeblich von Josef Göppel MdB (CSU) initiiert und von dem Bund deutscher Baumschulen (BdB) e.V., dem Deutschen Naturschutzring (DNR) und der Deutscher Alleenstraße tatkräftig unterstützt.

 

Bundesstraße 2 zwischen Beelitz und Buchholz in Brandenburg
Foto: Büro SIEBENGRÜNDE

Josef Göppel: „Ich freue mich, dass Verkehrsminister Dobrindt den Alleenerhalt tatkräftig unterstützt. Alleen sind Teil des kulturellen Erbes und haben große ökologische Bedeutung. Sie dürfen an deutschen Straßen nicht der Motorsäge zum Opfer fallen. Im nächsten Schritt müssen die einschlägigen Richtlinien besser auf den Erhalt und die Entwicklung der Alleen in unserer Kulturlandschaft abgestimmt werden. Nicht akzeptabel ist ein pauschaler seitlicher Abstand von 7,50 m für Neupflanzungen.“


Tag des Baumes 2015: Rettet unsere Alleen

Tag des Baumes 2015: Rettet unsere AlleenFoto: SDW NRW

15. April 2015: Mit der Pflanzung von 4 Ahornbäumen am Alleenradweg in Xanten stellte der NRW-Landesverband der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald erneut das Thema „Alleen“ in den Fokus seiner Auftaktaktion zum „Tag des Baumes“. Aus Sicht der SDW drohen unsere Alleen zu überaltern, denn Straßen.NRW  besteht bei Nachpflanzungen oder Lückenschließungen auf einen Mindestabstand von 4,5 Meter zum Fahrbahnrand, so dass ein zusätzlicher Grunderwerb erforderlich wäre. Hierfür fehlt es aber an Geld und auch die Vorgehensweise selbst ist sehr fragwürdig, denn die Bäume stehen dann nicht mehr in einer Flucht und das charakteristische wölbende Blätterdach kann sich nicht mehr ausbilden.

Xantens Bürgermeister Thomas Görtz verwies auf die kulturelle Bedeutung der heimischen Alleen, denn bereits Mitte des 17. Jahrhunderts legte Moritz von Nassau-Siegen im Raum Kleve ein umfangreiches Alleensystem an. Einen enormen Aufschwung gab es am gesamten Niederrhein v.a. im Rahmen des staatlichen Chausseebaus im 18. Jahrhundert, wobei die Alleen eine Verkehrsverlagerung auf die angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen verhindern und zugleich Schatten für die Reisenden spenden sollten.

Für die SDW haben Alleen aber nicht nur einen historischen und landschaftsästhetischen Wert, sondern sie sind v.a. ökologisch bedeutsam: Mit ihren Kleinstrukturen stellen sie einen speziellen Lebensraum für viele Tierarten dar und als verbindendes Element sind sie außerordentlich wichtig für den weiträumigen genetischen Austausch von Arten. „Auf Initiative von SDW und LNU wurden Alleen in NRW unter gesetzlichen Schutz gestellt und beide Naturschutzverbände sorgten 2009 für einen Anschluss Nordrhein-Westfalens an die Deutsche Alleenstraße“ erinnerte die SDW-Landesvorsitzende Marie-Luise Fasse MdL an das langjährige Engagement der SDW für dieses prägende Landschaftselement.

Die SDW fordert die Landesregierung auf, Ihrer gesetzlichen Verpflichtung nachzukommen und sicherzustellen, dass Neu- und Nachpflanzungen so gehandhabt werden, dass bestehende Alleen auch zukünftigen Generationen in ihrem prägenden Erscheinungsbild erhalten bleiben. Was an Radwegen möglich ist, sollte für Straßen.NRW auch an  historischen Alleen selbstverständlich sein.
 

Alleen – Kulturgut versus Verkehrshindernis

  • Deutschlands Alleen sind bedroht
  • Parlamentarier und Alleenfreunde diskutierten über Lösungen
  • Immer mehr Alleen werden aufgrund von Verkehrssicherungsmaßnahmen abgeholzt. Neuanpflanzungen sind praktisch nicht mehr realisierbar, seitdem mit der Richtlinie für Passive Schutzeinrichtungen (RPS) die Abstände für Neupflanzungen von Bäumen an Straßen von 4,5 m auf 7,5 m erweitert wurden. So verschwinden die imposanten Baumreihen nach und nach aus unserem Landschaftsbild. Dabei helfen Alleebäume dabei, das europäische Sicherheitskonzept der „selbsterklärenden Straße“ umzusetzen.

    Parlamentarischer Abend am 24. Februar 2015 in der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft Berlin.
    (Foto: E. Thiele/Büro SIEBENGRÜNDE)

    Auf dem Parlamentarischen Abend am 24. Februar 2015 in der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft Berlin wurden von verschiedenen Verbänden zentrale Forderungen zum Alleenschutz vorgestellt. Auf Einladung von Josef Göppel MdB diskutierten die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), der Bund Deutscher Baumschulen (BdB) und der Deutsche Naturschutzring mit Abgeordneten des Deutschen Bundestages und Vertretern weiterer Verbände über die aktuelle Situation. Alleen sind bei angepasster Fahrweise keine gefährlichen Hindernisse, sondern helfen bereits in der Ferne den Straßenverlauf zu erkennen und die Fahrweise anzupassen. Außerdem sind sie ein herausragendes Kulturgut und auch für die Artenvielfalt und den Klimaschutz entscheidend.
    Der Abgeordnete Josef Göppel MdB und Dr. Wolfgang von Geldern, SDW-Präsident, stellten die Kritikpunkte an der Richtlinie und mögliche Lösungsansätze vor.

    Fachliche Stellungnahmen von Katharina Brückmann (BUND Mecklenburg-Vorpommern), Dr. Stefan Krause (Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur), Christoph Rullmann (Deutsche Alleenstraße und SDW), Erwin Pfeiffer (ADAC), Helmut Selders (BdB) und Liselotte Unseld (DNR) gaben den Input für die abschließende Diskussion.

    Die Forderungen der Verbände sind:

    • Alleenschutz muss zur Selbstverständlichkeit werden, auch für die Straßenbaulastträger.
    • Neufassung der RPS unter Hinzuziehung der Naturschutzverbände
    • Schutzmaßnahmen, wie Leitplanken und Geschwindigkeitsbeschränkungen, sollten erstes Mittel zur Erhöhung der Verkehrssicherheit sein.
    • Beim Straßenausbau muss der Erwerb von zusätzlichem Land für die Wiederanpflanzung gefällter Alleen vorgesehen werden.
    • Es bedarf einer flächendeckenden Kartierung von Alleen.
    • Der Schutz von Straßenbäumen und Alleen muss in alle Naturschutzgesetze integriert werden.
    • Wir brauchen Programme zur Neuanpflanzung und zur Sanierung alter Alleen.
        

    248 Lieblingsalleen!

    Lindenalleen in Augsburg-Oberhausen
    Unsere 248. Allee -
    Lieblingsallee von Manfred Berger

    Exakt 248 Lieblingsalleen mit wunderschönen Fotos und teils sehr persönlichen Geschichten sind jetzt in unserer Alleenlandkarte zu sehen. Herzlichen Dank an alle Einsender!

    Begeben Sie sich doch auf die Reise: Entdecken Sie so manch verwunschenen grünen Tunnel, Reihen alter Baumriesen oder aber auch neu angepflanzte, junge Alleen.


    Allee des Jahres 2014

    Allee des Jahres 2014Foto: Bernd Käding / Wilhelmshaven

    Anlässlich des „Tages der Allee“ am 20. Oktober wurde auch in diesem Jahr wieder eine „Allee des Jahres 2014“ gekürt. Aus den 139 Einsendungen eines bundesweiten Fotowettbewerbes wählte eine Jury die Lindenallee zwischen Bisdorf und Batevitz im Landkreis Vorpommern-Rügen, fotografiert von Bernd Käding aus Wilhelmshaven. Die von ihm fotografierte "Allee des Jahres 2014" steht in der Gemeinde Groß Mohrdorf in Mecklenburg-Vorpommern im Landkreis Vorpommern-Rügen. Es ist die Lindenallee zwischen Bisdorf und Batevitz. Damit geht der Titel "Allee des Jahres" zum dritten Mal in sieben Jahren nach Mecklenburg-Vorpommern, wo Alleebäume ein wichtiges Refugium für Tiere und Pflanzen bilden. Denn die Intensivierung der Landnutzung und insbesondere das Verschwinden geeigneter Lebensräume, wie es z.B. die Höhlen in den alten Bäumen sind, führen zu einem Verlust von seltenen Tier- und Pflanzenarten.

    Weitere Informationen finden Sie hier: www.allee-des-jahres.de
      

    Bundesverkehrsminister muss Abholzung von Straßenbäumen stoppen!
    Dazu nötig: Rücknahme der RPS aus dem Jahre 2009

    18.08.2014: Der Deutsche Naturschutzring (DNR) hat heute zusammen mit seinem
    Mitgliedsverband Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) in Berlin Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt aufgefordert, die Richtlinie für passiven Schutz an Straßen durch Fahrzeug-Rückhaltesysteme (RPS) zurückzuziehen und zu überarbeiten. Seit dem Erlass dieser Richtlinie im Jahre 2009 komme es im gesamten Bundesgebiet zur großflächigen Abholzung von Straßenbäumen bei gleichzeitig viel zu geringen Neupflanzungen.
    Weitere Informationen finden Sie hier.
     


    Parlamentarischer Abend „Schutz von Straßenbäumen ist überfällig“

    Alleen sind in Deutschland unverwechselbares Wahrzeichen vieler Regionen – fragt sich nur: wie lange noch? Denn entlang von Straßen werden immer mehr Bäume abgeholzt und fallen damit einem überzogenen Sicherheitsdenken zum Opfer. „Der Schutz von Straßenbäumen ist überfällig“, fordern daher der Deutsche Naturschutzring (DNR) und die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW). Bei einem parlamentarischen Abend diskutierten sie am 1. Juli das Thema mit Bundestagsabgeordneten und VertreterInnen der Umweltorganisationen.

    25 Prozent der tödlichen Verkehrsunfälle in Deutschland sind Baumunfälle. Um hier die Verkehrssicherheit zu erhöhen, hat das Bundesverkehrsministerium daher 2010 die Richtlinie zum passiven Schutz an Straßen (RPS) überarbeitet und den Bundesländern empfohlen, diese auch auf Landes- und Kreisstraßen anzuwenden. Während für den Baumbestand und den Ersatz alter Bäume ein Sicherheitsabstand von vier Metern zur Straße gilt, gilt für neu gepflanzte Bäume sowie beim Neu- und Umbau von Straßen ein Abstand von 7,50 Metern. Wo Bäume näher am Straßenrand stehen, ist das Aufstellen von Leitplanken erlaubt. Die Richtlinie empfiehlt aber, zunächst einmal zu prüfen, ob das Fällen der Bäume nicht einen besseren Schutz bietet. Vor allem aber ist Abholzen von Straßenbäumen immer die deutlich kostengünstigere Variante und somit eine verlockende Alternative für die Straßenbauverwaltungen.

    SDW/Julia Hoffmann
    Foto: SDW/Julia Hoffmann

    Umwelt- und NaturschützerInnen hatten schon 2010 die RPS scharf kritisiert, nicht zuletzt, da das Ministerium den neuen Sicherheitsabstand ohne Beteiligung der Verbände festgelegt hatte. Durch eine Initiative des CSU-Umweltpolitikers Josef Göppel  kam jetzt neuer Schwung in die Diskussion. Im Rahmen des parlamentarischen Abends wiederholte er seine Forderung, die er auch  schon an Parteifreund und Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt geschrieben hatte: Statt Bäume zu fällen, müssten vorrangig Schutzvorrichtungen geschaffen werden. Hierzu gelte es die Logik der RPS umzudrehen. An Gefahrenstellen sollten außerdem vermehrt stationäre Radarfallen installiert werden, das verbessere das Fahrverhalten und erhöhe somit die Verkehrssicherheit. Denn: Nicht die Bäume seien Schuld an Verkehrsunfällen, sondern überhöhte Geschwindigkeit.

    Auch den festgeschriebenen Abstand von 7,50 Metern kritisierte Göppel. Neupflanzungen von Bäumen müssten so auf privatem Grund geschehen. GrundstücksbesitzerInnen seien hierzu aber oft nicht bereit. Auch das Bundesverkehrsministerium hat die Problematik der RPS inzwischen erkannt. Guido Zielke, Unterabteilungsleiter für Straßenbaupolitik, signalisierte Bereitschaft, den Erlassbescheid für untergeordnete Behörden zu überarbeiten. Bei der RPS selber sah er allerdings keinen direkten Verbesserungsbedarf. Auch das Ministerium wolle Straßenbäum Schützen und sehe das Fällen der Bäume als letzte Option. Wenn das in der Praxis nicht der Fall sei, würden Straßenbauämter die Richtlinie falsch anwenden.

    Neben fachpolitischen Detailfragen machte die teils emotional geführte Diskussion deutlich, welchen Stellenwert Alleen und Straßenbäume für die BürgerInnen haben. SDW-Präsident Wolfgang von Geldern erinnerte an die Bedeutung von Alleen für den Naturhaushalt aber auch an ihren kulturellen und touristischen Wert. Nicht ohne Grund sei die Deutsche Alleenstraße jedes Jahr unter den beliebtesten Reiserouten in Deutschland und locke jährlich zahlreiche TouristInnen.

    Aus Sicht von DNR-Präsident Hartmut Vogtmann blieben am Ende des parlamentarischen Abends drei zentrale Fragen: Warum sind Alleen keine schützenswerten Biotope? Warum gibt es keine Liste der positiven Effekte von Alleen auf Mensch und Umwelt? Wo bleibt der Aufschrei der Tourismusbranche?

    Drei Fragen, die vor allem auch als Arbeitsauftrag an Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft zu verstehen sind.
     

    Wir sind Alleen-Fans, weil

    Foto: Joachim Seinfeld
    Foto: Joachim Seinfeld

    „wir nun schon zum zweiten Mal in Ostdeutschland und total begeistert vom Baumreichtum und den herrlichen wunderschönen Alleen überall sind. Sie werden - unter anderem natürlich - auch immer wieder Grund sein, dass wir zurückkehren in dieses Naturparadies.“

    B. und H. Trümpy / Schweiz, per Mail im September 2013

     


    Werden auch Sie ein Alleen-Fan!

    Zeigen Sie Ihre Sympathie und spenden Sie für das Nachpflanzen von Bäumen, damit wir die Alleen noch lange bewundern können. Für Ihre Unterstützung bedanken wir uns ab einem Betrag von 50,00 Euro mit einer attraktiven Alleenurkunde.

    Auch wer ein ganz besonderes Geschenk für Familie, Freunde und Bekannte sucht, ist hier richtig. Im Namen der Beschenkten wird bei unserer nächsten Pflanzaktion ein neuer Alleenbaum gepflanzt.

    Urkunde mit Allee und Aufschrift
    Die Alleen-Urkunde (Fotos von Ludwig Fichtl)

    Nutzen Sie einfach unser Spendenformular oder senden Sie eine Mail an info@alleen-fan.de. Ihre Fragen beantworten wir auch gern telefonisch unter 030 - 41 71 69 54.